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Tsunades Märchenstunde

Das Schäferfüchslein


 

 


Das Schäferfüchslein
„Königin Tsunade, erzählst du uns wieder ein Märchen?“, kaum dass die Wintersonne am Horizont versank, stürmten die Kinder des Schlosses das gemütliche Kaminzimmer und umringten die in ihrem Schaukelstuhl sitzende Königin, „Ein ganz spannendes!“ „Mit einem wunderschönen Prinzen!“, kam es von einem anderen Kind und Tsunade nickte schließlich, „Heute erzähl ich euch vom Schäferfüchslein.“
Die Kinder sahen die alte Frau erwartungsvoll an und ihre Augen glänzten voller Hoffnung auf ein weiteres Märchen, „Es lebte einmal eine alte Königin. Ihr Gemahl war vor vielen Jahren schon gestorben und sie hatte nun nichts mehr außer ihren Untertanen, die sie liebten und ihren wunderschönen Sohn, so wie seine Kammerdienerin…“

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Als der blonde Prinz und seine Kammerdienerin schließlich heranwuchsen, so wurde er einem anderem Prinzen als Gefährten versprochen und als die Zeit der Vereinigung der beiden Prinzen näher kam und der Prinz abreisen sollte, so packte ihm seine Mutter einen königlichen Brautschatz und gab ihm einen Kammerdiener mit auf den Weg, der ihn sicher behüten und in die Hände des anderen Prinzen übergeben sollte. Jeder der jungen Männer bekam außerdem noch ein Pferd für die Reise. Das Pferd des Prinzen war ein stolzer Rappe und hieß wegen seiner roten Augen Redeye und konnte außerdem sprechen.
Kurz vor der Abreise ging die Mutter in ihr Schlafzimmer und nahm ein Messerchen, mit dem sie sich in den Finger schnitt, so dass sie blutete. Drei dieser Blutstropfen fing sie mit einem weißen Taschentuch auf und übergab dieses ihrem Sohn kurz vor der Abreise, „Nimm dies mit dir, mein lieber Naruto und verwahre es wohl, es wird dir unterwegs eine Hilfe sein.“ Tief berührt nahmen sie liebevoll voneinander Abschied und die Mutter winkte ihnen noch nach, bis ihr Sohn, der das Tüchlein mit den Blutstropfen an seinem Herzen trug, und seine Begleiterin längst am Horizont verschwunden waren.

Als sie nun einige Stunden geritten waren, da kamen sie zu einem kleinen Bächlein und der Prinz empfand drängenden Durst und wandte sich zu seine rosahaarige Kammerdienerin, die hinter ihm ritt, „Sakura, steig ab und schöpfe mir mit meinem Becher Wasser aus dem Bächlein, ich möchte etwas trinken.“ „Wenn Ihr Durst habt, so steigt ab, legt Euch selbst an das Wasser und trinkt, Eure Kammerdienerin mag ich nicht mehr sein.“
Der Königssohn stieg von seinem Rappenhengst, neigte sich über das Wasser und schöpfte, da er nicht aus seinem goldenen Becher trinken durfte, mit den Händen das kühle Nass, „Ach Gott.“ Seine Stimme war nur ein Flüstern, das in dem Gurgeln des Baches unterging, aber die drei Blutstropfen seiner Mutter antworteten, „Wenn das deine Mutter wüsste, das Herz im Leib täte ihr zerspringen.“ Der Königssohn wurde wehmütig, schwieg aber dennoch und stieg wieder auf das Pferd, so dass sie weiterreiten konnten.

Sie ritten etliche Meilen weiter und die brennende Sonne stieg immer höher am Firmament, so dass es dem Prinzen bald darauf erneut dürstete. Als sie einen kleinen See erreichten, wandte sich Naruto, welcher die bösen Worte längst vergessen hatte, erneut an seine Kammerdienerin, „Steig ab und gib mir aus meinem Goldbecher etwas zu trinken.“ Sakura aber antwortete dieses Mal noch hochmütiger, „Wollt Ihr trinken, so trinkt alleine. Ich mag Eure Dienerin nicht mehr sein.“ Naruto stieg erneut von seinem Hengst hinab und trank aus dem kleinen See. Tränen standen in seinen blauen Augen und flossen über sein Gesicht, als er leise seufzte, „Ach Gott.“ „Wenn das deine Mutter wüsste, das Herz im Leibe täte ihr zerspringen.“, lautete wieder die leise Antwort der drei Blutstropfen.


Als sich der Prinz nun aber beim Trinken weiter vorlehnte, fiel das Tüchlein mit den drei Blutstropfen aus dem Hemd hinaus und wurden mit der Strömung des Sees, ohne das Naruto es bemerkte, davon getrieben. Sakura aber hatte es sehr wohl bemerkt und sie freute sich, dass sie so endlich Gewalt über den Prinzen bekommen würde, da Naruto ohne den Zauber des Blutes schwach und machtlos geworden war.
Als Naruto nun aber wieder auf sein Pferd steigen wollte, so schüttelte Sakura nun aber den Kopf und deutete auf ihr eigenes Pferd, „Auf Redeye gehöre ich und auf meinen wertlosen Gaul gehörst du.“
Der blonde Prinz musste es sich gefallen lassen und auch als die Kammerdienerin ihm mit harten Worten befahl, dass er die prächtigen königlichen Kleider ab- und die schlechten der Dienerin anlegen sollte, gehorchte Naruto mit gesenktem Kopf und schwor ihr auch, dass er nichts davon verraten würde, da er sonst des Todes sei.
Aber Redeye sah das alles und nahm’s wohl in acht.

Sakura, nun in den prächtigen Kleidern des Prinzen, stieg auf den stolzen Rappen des Prinzen, während Naruto ihr auf dem schlechten Pferd reitend folgte, bis sie endlich den Hof des fremden Prinzen erreichten. Dort herrschte große Freude über ihre Ankunft und der stolze Königssohn kam ihnen sogleich entgegen und hob die Kammerdienerin, die der Schwarzäugige für seine zukünftige Gefährtin hielt, von ihrem Pferd hinunter und hieß sie freundlich willkommen. Sie wurde die Treppe hinaufgeführt, während der echte Prinz ihnen nur sehnsuchtsvoll hinterher sehen konnte.
Der alte König sah zufällig durch das Fenster hinaus auf den Hof und sah dort den blonden Jüngling, dessen Haltung so gänzlich nicht zu einem Diener passen wollte, stehen. Er betrachtete das fremde Mädchen eine Weile, dann ging er zu dem Gemach, in das Sakura eingezogen war und fragte diese, nach deren Begleiter, der unten im Hof stehen würde. „Den habe ich mir mitgenommen zur Gesellschaft. Gebt ihm einfach etwas zum Arbeiten und kümmert Euch nicht weiter um diesen Diener.“ Aber, der alte König hatte keine Arbeit und zuckte schließlich mit den Schultern, „Ich hab einen kleinen Jungen, der hütet die Lämmer, dem mag er helfen.“
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„Und so musste der wahre Prinz dem Hirtenjungen helfen, die Gänse zu hüten.“, Tsunade sah sich kurz suchend um, aber heute fand sie kein Anzeichen, das ihr Enkel oder dessen Partner irgendwo lauschten. Die Kinder wurden aber schnell ungeduldig und quengelten nun auch gleich schon wieder, „Erzählt weiter, Königin Tsunade! Bitte!“
„Bald darauf sprach die falsche Gefährtin zu dem jungen Prinzen, „Sasuke, liebster Freund, ich bitte Euch, tut mir einen Gefallen!“

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„Das will ich gerne tun.“, Sasuke nickte und Sakura lächelte ihn an und deutete auf die Stallungen im Hof, „Nun, so lasst den Schinder rufen und dem Pferd, auf dem ich hergeritten bin, den Hals abhauen, weil es mich unterwegs so geärgert hat.“ Eigentlich fürchtete Sakura nur, dass Narutos Rappenhengst sprechen würde und die Wahrheit über die Geschehnisse auf der Herreise erzählen könnte.
Nun war es aber so weit, dass der treue Redeye sterben sollte, da kam es aber auch dem wahren Prinzen zu Ohr und er versprach dem Schinder etwas Geld, wenn er ihm einen kleinen Dienst erweisen würde. Auf dem Weg zur Lämmerweide, mussten der Hirtenjunge und Naruto immer durch ein finsteres Tor und eben dort wünschte er sich, solle der Schinder den Kopf seines Rappen hinnageln, so dass er ihn morgens und abends noch einmal sehen dürfte. Der Schinder versprach es ihm und so geschah es denn auch.

Des Morgens, wenn er mit den Lämmern unter dem Torbogen hindurch musste, sprach er im Vorbeigehen, „Oh du Redeye, da du hangest.“
Und der Kopf antwortete ihm, „Oh du junger Königssohn, da du gangest; Wenn das deine Mutter wüsste; Ihr Herz täte ihr zerspringen.“
Da zogen sie denn still weiter und trieben die Lämmer auf das Feld hinaus. Und wenn sie auf der Wiese angekommen waren, dann nahm der Königssohn das Hütchen ab und versuchte Ordnung in seine verstrubbelten Haare zu bekommen. Seine, inzwischen länger gewachsenen Haare leuchteten in der Sonne aber wie pures Gold und der Hirtenjunge erfreute sich daran und wollte ihm ein paar Haare ausreißen.
„Wehe, wehe Windchen, nimm dem Hirtenbübchen sein Hütchen; Und lass’n sich mit jagen; Bis ich mich gebürstet und geschnatzt; Und wieder aufgesatzt!“ Und prompt kam ein so starker Wind auf, dass er dem Hirtenjungen das Hütchen wegwehte und er es quer über die Weide jagen musste.
Als er es eingefangen hatte und wieder zurückgekehrt war, da war der blonde Naruto mit dem Kämmen fertig und der Hirtenjunge konnte keines der goldenen Haare mehr ergattern. Daraufhin ward er böse mit dem anderen Jungen und sprach nicht mehr mit ihm, so dass sie die Lämmer bis zum Einbruch der Dunkelheit in tiefem Schweigen hüteten.

Am nächsten Morgen, als sie wieder unter dem finsteren Tor hindurch mussten, da blieb Naruto wieder kurz stehen und blickte traurig zu dem abgeschlagenen Pferdekopf empor, „Oh du Redeye, da du hangest.“
Und der Kopf antwortete ihm, „Oh du junger Königssohn, da du gangest; Wenn das deine Mutter wüsste; Ihr Herz täte ihr zerspringen.“
Und auch auf dem Feld wiederholte sich das Geschehen vom letzten Tag. Der Königssohn nahm sein Mützchen ab und wieder wollte der Hirtenjunge eines der wie Gold glänzenden Haare ergreifen. Aber, Naruto sprach wieder den Reim und der Wind war ihm auch dieses Mal ein Freund und riss dem anderen Jungen das Mützchen vom Kopf, so dass er es wie am gestrigen Tag auch wieder fangen musste. Wieder war der Junge böse mit dem Prinzen und sprach kein Wort zu ihm, bis sie am Abend die Tiere wieder in den Stall trieben.

Am Abend, nachdem sie heimgekommen waren, trat der Junge aber vor den König, „Mit dem Jungen will ich nicht länger Lämmer hüten!“ „Warum denn?“, der König war überrascht um seinen Hirtenjungen und war auf seine Antwort gespannt, „Morgens, wenn wir unter dem finsteren Tor entlang müssen, hängt da so ein Gaulskopf am Bogen und zu dem redet er immer! ‚Oh du Redeye, da du hangest.’ Und der Kopf antwortete ihm denn mit, ‚Oh du junger Königssohn, da du gangest; Wenn das deine Mutter wüsste; Ihr Herz täte ihr zerspringen.’“ Und er berichtete auch von den Geschehnissen auf der Lämmerwiese, wie er dort den Wind beschwor und ihn seinem Hut nachlaufen lassen würde. Der alte König aber befahl ihm am nächsten Tag die Herde wie immer hinauszutreiben.

Am nächsten Morgen versteckte sich der alte König unter dem finsteren Tor und lauschte, wie der Diener dort mit dem Kopf des Pferdes sprach. Er folgte den beiden Hirten auch auf das Feld hinaus und verbarg sich dort hinter einem Busch, von wo aus er alles beobachten konnte. Und so sah er bald darauf mit eigenen Augen, wie der Diener den Wind beschwor und den Hirtenjungen seinen Hut jagen ließ.

Am Abend als sie mit der Lämmerherde zurückkamen, da nahm er den neuen Hirtenjungen beiseite und fragte ihn, warum er diese sonderbaren Dinge tun würde. Aber Naruto schüttelte nur den Kopf und weigerte sich den König anzusehen, „Verzeiht, aber das darf ich Euch nicht sagen und ich darf auch keinem Menschen mein Leid klagen, denn so habe ich unter freiem Himmel geschworen, da ich sonst um mein Leben gebracht worden wäre.“
Er redete auf ihn ein, aber er konnte nichts aus ihm herausbekommen, so deutete er ärgerlich auf einen rußigen Ofen, bevor er fortging, „Wenn du mir nichts sagen willst so klag dem Eisenofen da dein Leid“
Der Königssohn kroch wirklich in den Ofen, fing dort drin an zu jammern und klagte der Asche sein Leid, „Da sitz ich nun von aller Welt verlassen und bin doch ein Königssohn! Und eine Kammerdienerin hat mich mit Gewalt dahin gebracht, dass ich meine Kleider ablegen musste und den Platz bei meinem Bräutigam verloren habe…Wenn das meine Mutter wüsste, das Herz im Leibe täte ihr zerspringen.“
Der alte König aber lauschte am Ofenrohr und hörte, was er klagte. Als er geendet hatte, trat er wieder hinein und hieß den Königssohn aus dem Ofen zu kommen. Kaum war er hinausgetreten, da zog der alte König ihn mit sich und gab ihn in die Obhut einiger Zofen, die ihm prächtige und wunderschöne, einem Prinzen würdige, Kleider antaten und jeder war tief von seiner Schönheit berührt.
Nun wurde der Prinz gerufen und sein Vater offenbarte ihm, dass er die falsche Gefährtin an seiner Seite hätte. „Sasuke, dies hier ist dein versprochener Gefährte, die andere ist einfach nur ein Kammerdienerin.“, er deutete auf den blonden Prinzen neben ihm und der schwarzäugige Prinz war glücklich, hatte er doch festgestellt, dass sein Herz bei dem Anblick von Sakura nicht schneller schlug.
Ein großes Fest wurde gegeben und Sasuke saß, Sakura auf der einen, und Naruto auf der anderen Seite neben sich habend, am Kopf der Tafel und unterhielt sich mit dem scheinbar fremden Prinzen, welchen die verblendete Kammerdienerin nicht als ihren ehemaligen Herren erkannte. Als sie nun aber gegessen und getrunken hatten, da gab der alte König Sakura ein Rätsel auf, „Was ist ein jemand wert, der seinen Herren so betrogen hätte?“ Er berichtete den ganzen Verlauf und fragte dann, „Nun, welches Urteil ist so jemand würdig?“
„Der ist nichts besseres Wert, als dass er splitternackt ausgezogen und in ein Fass, das inwändig mit spitzen Nägeln beschlagen ist, gesteckt wird.“, Sakura legte den Kopf kurz schief und lächelte ihren Prinzen Sasuke zu, „Dann sollen zwei weiße Pferde davor gespannt werden, die ihn die Gasse auf und ab schleifen sollen, bis er des Todes ist.“
„So soll es geschehen.“, sprach der alte König und zwei Wachen traten an die Seite die falsche Prinzessin. Sie zerrten sie, trotz ihr Gegenwehr aus dem Saal und vollstreckten das selbstgewählte Urteil an ihr…“
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„Und, die Prinzen?“, die Kinder sahen zu der alten Frau, die sanft lächelte auf, „Sie lebten zusammen und regierten das Reich voller Güte.“ „Und Redeye’s Kopf?“, kam die Frage von einem der Mädchen, „Was ist mit dem treuen Pferd passiert?“ „Es wurde in den Thronsaal gehängt und hängt dort noch heute.“, sie stand auf und streckte sich, „Und nun ab ins Bett, sonst erzähle ich euch morgen kein Märchen.“
Sofort standen die Kinder auf und verschwanden nach einer Verbeugung aus dem Kaminzimmer, bis nur noch Tsunade alleine dort war und in die Flammen starrte, während hinter ihr sich etwas in der Dunkelheit bewegte, „Geht es dir noch gut, Naruto?“
Der Blonde kam nun näher und schüttelte den Kopf, „Das war grausam! Und mein Redeye lebt noch! Er steht neben Dragon auf der Weide, oder?“ Das ‚oder’ war an Sasuke, der nun auch nähergetreten war, gerichtet und dieser nickte, „Deinem Hengst geht es gut, mein Füchslein.“ Aber Naruto entspannte sich erst, als Sasuke ihm versprach, dass sie noch einmal in den Stall gehen und nachsehen würden. Tsunade traf denn nur noch ein kalter Blick aus tiefschwarzen Augen, bevor Naruto seinen Freund aus dem Raum zog und die Tür hinter ihnen zufiel.



 

 

6.12.08 19:33
 


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